11. September 2015
Wohnungen für alle in einer lebenswerten Stadt

altMünster braucht neue Lösungen und Perspektiven für die wachsende Stadt und DIE LINKE will für 30 000 Menschen neue Wohnungen schaffen, erläutert LINKE-Fraktionsvorsitzender Rüdiger Sagel das neue Wohnungskonzept Münster 2015-50.

"Ein neuer Stadtbereich im Süden der Stadt ist dafür ebenso notwendig wie eine ausreichende Finanzierung der städtischen Wohnungsbaugesellschaft und der Bau von jährlich mindestens 500 öffentlich geförderten Sozialwohnungen."

 

Die Bevölkerungsprognose des Landes NRW weist aus, dass Münsters Bevölkerung bis 2040 um 50 000 Menschen wachsen soll. In einer weiteren Prognose wird sogar ein rasches Wachstum auf u?ber 325.000 bis zu 340.000 Einwohner in den na?chsten 15 Jahren fu?r mo?glich gehalten. Ein so rasches Wachstum, von prognostitzierten 8,9 Prozent, gibt es zur Zeit in keiner anderen Stadt Deutschlands. Dies macht neue Lösungen für die Stadt notwendig.

Die Nachverdichtung, (kleinteilige) Ergänzungen in bestehenden Baugebieten und Nutzung der (militärischen) Konversionsflächen sind wichtig, werden nicht ausreichen, müssen aber weiter konzeptionell vorangetrieben werden.

Notwendig ist es zudem, insbesondere in Münsters Zentrumsbereich, deutlich höhere Bauweisen mit in die Planung einzubeziehen. Dies auch vor dem Hintergrund eines möglichst sparsamen Flächenverbrauchs und bereits vorhandener knapper Flächen.

Die Zukunftsaufgabe "Wohnungen für alle" wird jedoch insgesamt nur mit einem grundsätzlich neuen Denk- und Konzeptansatz zu lösen sein.

Sinnvoll und notwendig ist es, einen neuen Stadtbereich zu konzipieren. Da es einen enormen Nachfragebedarf im Zentrumsbereich gibt, ist es eine prüfenswerte Perspektive, diesen nicht an Außenstadtteile oder im Außenbereich anzusiedeln sondern durch einen Lückenschluß zwischen den beiden Bebauungskernen Münster-Altstadt-Südviertel-Mauritz und Münster-Hiltrup-Wolbeck, zu realisieren.

Die Integration und darüber hinaus die Erschließung durch bestehende Straßen und die Kernachsen, wie die Hammerstraße und /oder Albersloher Weg kann so harmonisch vorangetrieben werden. Perspektivisch kann auch das Güterbahnhofsgelände der Deutschen Bahn AG mit in die Planung miteinbezogen werden.

Vorhandenen Nutzungskoflikte mit Umweltaspekten wie Wasserschutzgebieten oder Frischluftschneisen müssen durch sinnvolle Interessensausgleiche soweit als möglich gelöst werden. Daher sollten von Beginn der Debatte an entsprechende Beteiligungs- und Mitsprachemöglichkeiten möglichst frühzeitig gegeben sein.

Dies ist umso notwendiger da bereits jetzt, insbesondere im Segment des öffentlich geförderten und preiswerten Wohnraums, enorme Defizite von mehrere tausend Wohnungen bestehen und hier in den nächsten Jahren dringend Abhilfe geschaffen werden muss. Dies allein um schon ein weiteres Absinken der mittlerweile nur noch tund 7000 Sozialwohnungen zu verhindern und perspektivisch nach oben durch Zubau zu ergänzen und auszuweiten.

 

Die LINKE Ratsfraktion sieht als Handlungsschwerpunkte an:

    Das kommunale Handlungskonzept Wohnen der Stadt Mu?nster (HKW) wird unter breiter Beteiligung neu konzipiert.

    Die Baulandbereitstellung ist zu steigern. Dabei muss die Konzeption eines neuen Stadtbereichs miteinbezogen werden. Eine Größenordnung von rund 20-30.000 WE ist dabei eine Zielstellung. Der Zielwert fu?r die ja?hrliche Bauleistung soll sich kurzfristig an 2000 WE orientieren, muss aber weiter gesteigert werden, um den Nachfragebedarf mittelfristig zu decken.

    Die Angebote zur sozialen Wohnraumversorgung im Neubau und im Bestand, insbesondere auch im Innenstadtbereich, müssen ausgeweitet werden. Nachverdichtung und höhere Bauweisen sind auch in diesem Kontext miteinzubeziehen.

    Der Neubau von mindestens 500 Mietwohnungen je Jahr ist mit o?ffentlichen Mitteln zu fo?rdern. Dafür sind auch bei der Wohn- und Stadtbau die notwendigen finanziellen und personellen Voraussetzungen zu schaffen, u.a. durch eine Änderung des Managementkontraktes, der eine Abführung an den städtischen Haushalt zukünftig ausschließt. Mit dem Land NRW ist das dafu?r notwendige Fo?rdermittelbudget nachhaltig abzusichern.

    Um diese hier konzipierte Perspektive durch zu aktivierenden Bauta?tigkeit einen verbindlichen Rahmen zu geben, sollen in dafu?r maßgeblichen Handlungs- feldern der Baulandplanung und –bereitstellung geeignete Instrumente und Maßnahmen zum Einsatz gelangen, die von der Verwaltung na?her zu konkretisieren sind.

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