14. Januar 2010
[Antrag Rat] Ausstieg aus der Kohleverstromung in Hamm vom 14.01.2010

Der Rat möge beschließen:

1. Die Stadt Münster bekennt sich zum Klimaschutz und zur
Energieeffizienz. Ziel ist es, den CO2-Ausstoß in der Stadt bis
zum Jahr 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken.
Um dieses Ziel zu erreichen, engagieren sich

 


Stadtverwaltung, Politik und alle gesellschaftlichen Gruppen
der Stadt gemeinsam.

 

 

 

2. Die Stadtwerke Münster beteiligen sich an dieser Aufgabe mit
einem eigenen lokalen Klimaschutzprogramm. Ziel ist es, alle
KundInnen der Stadtwerke bis zum Jahr 2025 mit Strom aus
erneuerbaren Energien und aus Anlagen der Kraft-Wärme-
Kopplung (KWK) versorgen zu können. Strom aus Stein- und
Braunkohle sowie aus Atomenergie soll spätestens bis zu
diesem Zeitpunkt vollständig vermieden und bis dahin laufend
reduziert werden und die Energieeffizienz laufend gesteigert
werden.


3. Ziel des Klimaschutzprogramms der Stadtwerke Münster ist
es, die heimischen Energieträger Sonne, Wind, Wasser,
Erdwärme (Geothermie) und Bioenergie zu stärken, die
Abhängigkeit der Stromversorgung in Münster von fossilen
Brennstoffen weiter zu verringern und dadurch die
Versorgungssicherheit der KundInnen zu steigern.


4. Das Klimaschutzprogramm der Stadtwerke orientiert sich an
ökologischen, sozialen und an wirtschaftlichen
Zielsetzungen. Die Investitionen in den Klimaschutz sollen
gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens sichern
und seine zukunftssichere Stellung als Energieversorger für
Münster stärken.


5. Investitionen in regenerative und CO2-arme Energien sollen
die Stromkosten in Münster von den Auswirkungen des
Handels mit CO2-Zertifikaten abkoppeln und den Strompreis
für die KundInnen der Stadtwerke stabil halten.


6. Ein weiteres Ziel des Klimaschutzprogramms ist es, die
Energieeffizienz zu erhöhen. Die dezentrale KWK in neuen
Baugebieten und im Bestand wird ausgebaut, das
Fernwärmenetz der Stadtwerke wird möglichst mit den
Netzen anderer Betreiber verschmolzen.


7. Investitionen des Klimaschutzprogramms sollen vornehmlich
der lokalen und regionalen Wirtschaft und dem hiesigen
Handwerk zugutekommen und technologisch geprägte
Arbeitsplätze in der Stadt erhalten. Die Stadtwerke bemühen
sich gleichzeitig darum, Betriebe und Unternehmen in
Münster für Klimaschutz zu gewinnen. Ziel ist es, ein
Klimabündnis der Münsteraner Wirtschaft ins Leben zu rufen.

8. Münster soll ein bevorzugter Standort für Investitionen und Firmen im Bereich der
erneuerbaren Energien werden. Das lokale Klimaschutzprogramm soll auch einen
arbeitsmarktpolitischen Effekt entwickeln.


9. Zusätzliche Arbeitsplätze bei den Stadtwerken zum Beispiel im Bereich der
Energiesparberatung für KundInnen und des Managements von
Klimaschutzprojekten sollen geschaffen werden.


10. Das Engagement der Stadtwerke in die Kohleverstromung wird beendet. Die
Geschäftsführung der Stadtwerke Münster GmbH wird beauftragt, ein
Verkaufsverfahren für die Beteiligung an dem Gekko-Kohlekraftwerk in Hamm
einzuleiten, um diese gewinnbringend zu veräußern. Der kaufmännische Wert der
Beteiligung soll zunächst durch einen Sachverständigen ermittelt werden. Ziel ist
es, mindestens diesen Wert zu erlösen. Das Verfahren soll bis Mitte 2010 zum
Abschluss gebracht werden. Die Entscheidung über den Verkauf trifft der Rat der
Stadt. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf wird eingesetzt, um das
Klimaschutzprogramm der Stadtwerke für Münster zu finanzieren und die
Energiepreise für die einkommensschwache Bevölkerungsgruppe erschwinglich zu
halten.


11. Die Stadtwerke und die Stadtverwaltung werden wird beauftragt Vorschläge zu
entwickeln, wie die preiswerte Energieversorgung und die Nutzung regenerativer
Energien sowie die Energieeinsparung auch für arme Haushalte in der Stadt
sichergestellt werden können. Ziel ist es, den Energiegrundbedarf armer
Haushalte zu sichern und sie bei der Anschaffung energiesparender Geräte sowie
der Finanzierung von Energiesparmaßnahmen in Wohnungen und Gebäuden
durch einen Fonds zu unterstützen.


Begründung
1. Klimaschutz ist unsere Zukunftsaufgabe
40 Prozent weniger CO2 bis 2020, das ist das von der Bundesregierung gesetzte Ziel.
Städte und Gemeinden müssen Vorreiter sein, wenn dieses Ziel erreicht werden soll.
Münster hat sich in der Vergangenheit bereits kräftig angestrengt und einige Erfolge
errungen:
· Die GuD-Anlage der Stadtwerke im Hafen produziert seit Ende 2005 rd. 50
Prozent des in Münster benötigten Stroms und senkt zugleich die CO2-Produktion
in der Stadt um ca. 11 Prozent.
· Das Förderprogramm zur energetischen Sanierung alter Gebäude hat seit 1996
mehr als 3.000 Wohnungen energetisch nach vorn gebracht und 500 Arbeitsplätze
in Münster gesichert.
· 5 Mio. € Investitionen für Energieeinsparung und Energieeffizienz in städtischen
Gebäuden seit 2000 haben den Anstieg der Energiekosten der Stadt um fast 2
Mio. € jährlich verlangsamt – Tendenz steigend.
· Mehr als 100 Schulen und Kita nehmen jedes Jahr am Wettbewerb der Stadt um
Energie- und Abfallsparen teil. Über 20.000 Kinder machen Energiesparen so zu
einem regelrechten Volkssport. Die Stadt hat hier eine wichtige Vorbildfunktion.
Die Bilanz des Klimaschutzes in Münster ist positiv. Nach bisherigen Berechnungen
der Verwaltung sank das CO2-Aufkommen bis 2006 um 21 Prozent (gegenüber 1990).
Andere Berechnungen, die in den 2. Klimaschutzbericht der Stadt Eingang gefunden
haben, sehen dagegen nur noch einen Rückgang von ca. 6 Prozent. Münster muss
sich also noch einmal kräftig ins Zeug legen, wenn das Ziel, 40 Prozent bis 2020
einzusparen, erreicht werden soll. Der Vergleich mit den bisherigen Maßnahmen und
ihren Ergebnissen zeigt, welche neue Dimension vor uns liegt. Die Stadt muss das gesamte kommunale Handlungsspektrum nutzen und die Bürgerschaft noch mehr als
bisher zum mitmachen bewegen. Schwerpunkte für den Klimaschutz der nächsten
Jahre sind neben der Reduzierung des Kfz-Verkehrs und der Förderung der
Energieeinsparung im Gebäudebereich die Umstellung der Energieerzeugung in der
Stadt auf KWK und auf Erneuerbare Energien.

 

2. Die Stadtwerke als Motor des kommunalen Klimaschutzes
Seit Mitte der 1990er Jahre, als sie von der damaligen rot-grünen Ratsmehrheit
verpflichtet wurden, den Ressourcenschutz als Unternehmensziel aufzunehmen, ist
Klimaschutz auch für die Stadtwerke Münster ein Thema. Heute produziert eine
hocheffiziente GuD-Anlage genug Strom, um nahezu die Hälfte des in Münster
verbrauchten Stroms zu liefern – und das bei deutlich minimiertem Brennstoffeinsatz
gegenüber dem alten kohlebefeuerten Kraftwerk. Die Fernwärmeversorgung stellt ein
wichtiges Element des kommunalen Klimaschutzes dar. Mehr als 12.000 Haushalte
sind über ca. 94 km Fernwärmeleitung angeschlossen. Sie haben im Jahr 2006
558.000 MW/h Fernwärme abgenommen und damit zum hohen Auslastungsgrad der
GuD-Anlage beigetragen. Von daher ist es nur konsequent, dass die Stadtwerke jetzt
auch die Wärmeversorgung der Gebäude der Stadt Münster übernehmen. Hier sind
auch Investitionen in Solar- bzw. Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) zu forcieren.
Insgesamt ergibt sich damit die Chance, den Energieeinsatz zu optimieren und das
Fernwärmesystem in Münster noch effizienter zu nutzen.
Neben der Fernwärme gibt es auch ein wachsendes Netz von Nahwärmeinseln, die
von den Stadtwerken vornehmlich in den äußeren Stadtteilen betrieben werden. Ein
Dutzend Blockheizkraftwerke haben die Stadtwerke mittlerweile in unterschiedlicher
Größe installiert und erzeugen damit dezentral Fernwärme und Strom. Zusammen mit
weiteren BHKW privater Betreiber wird auf diesem Wege eine Leistung von 28 MW
vorgehalten – ebenfalls Energieerzeugung mit einem Wirkungsgrad von deutlich über
80 Prozent.
Noch untergeordnet ist demgegenüber die Nutzung Regenerativer Energien. Eine
Wasserkraftanlage an der Werse erzeugt seit 1988 jährlich rund 240.000 kWh. Eine
PV-Anlage auf dem Verwaltungsgebäude der Stadtwerke und zehn Anlagen auf
Schuldächern liefern Solarstrom. Eine Windenergieanlage mit einer Leistung von 600
kW in Häger liefert bis zu 900.000 kWh. Und schließlich werden die Bioabfälle, die von
den Münsteraner Abfallwirtschaftsbetrieben auf der Zentraldeponie angeliefert werden,
in einer Bioabfallvergärungsanlage umgewandelt, und das dabei entstehende Biogas
wird in einem BHKW energetisch genutzt.
Versuche, auch Biogas aus Abfällen der landwirtschaftlichen Produktion zu nutzen,
sind noch Zukunftsmusik. Projekte für große PV-Anlagen, zum Beispiel auf dem
Südhang der ehemaligen Zentraldeponie in Coerde, kommen bislang über technische
Konzepte nicht hinaus.
Auch die „Stadtwerke Münster Neue Energien GmbH“ sind hier auf dem richtigen Weg,
haben aber bisher nur einige wenige Beteiligungsprojekte realisiert, so die zusammen
mit der städtischen Wohnungsgesellschaft W + S gebaute PV-Anlage in der
Wohnsiedlung „Nieland“ und die PV-Anlage auf dem Busdepot der Stadtwerke. Die
Anlagen werden durch Ökostromerlöse der Stadtwerke und durch Anteile privater
Partner finanziert. Ein gutes Projekt, aber noch kein Durchbruch.
Es wird Zeit, dass die Stadtwerke Münster sich hier stärker engagieren. Ziel muss es
sein, die Stromproduktion in Münster auf KWK-Technik und auf Erneuerbare Energien
umzustellen und so auszubauen, dass Strom aus Kohle und Atom so schnell wie
möglich verdrängt werden kann. Ziel ist es, den Bedarf aller KundInnen der
Stadtwerke bis zum Jahr 2025 zu 100 Prozent mit Strom aus KWK und aus
Regenerativen Energien decken zu können. Die Stadtwerke müssen ihrer Vorbildfunktion für aktiven Klimaschutz stärker gerecht werden und die BürgerInnen
stärker als bisher motivieren, hierbei mitzumachen.

 

3. Kohle hat als Energielieferant ausgedient
Das im Jahr 2008 beschlossene Engagement der Stadtwerke in den Bau eines neuen
Steinkohlekraftwerkes der RWE AG in Hamm stellt diese Argumentation auf den Kopf.
Das GEKKO genannte neue Großkraftwerk ist für die Stadtwerke energie- und
umweltpolitisch kontraproduktiv:
· Das Kraftwerk wird als herkömmliches Kondensationskraftwerk nur Strom
erzeugen, ohne Nutzung der Wärme und deshalb mehr als die Hälfte der
eingesetzten Primärenergie „in die Luft blasen“. Das bedeutet je kW/h doppelt so
viel Energiebedarf wie in der GuD-Anlage und in den BHKW.
· Bei CO2-Emissionen von ca. 8,9 Mio. Tonnen jährlich verursacht der Anteil der
Stadtwerke Münster am GEKKO (rd. 20 MW) ca. 112.000 Tonnen CO2. Die durch
die GuD-Anlage erzielte CO2-Einsparung wird dadurch zu 60 % aufgezehrt.
Auch für die Energieversorgung in Münster ist das Projekt in Hamm ohne Bedeutung:
· Der in Hamm erzeugte Strom wird nicht nach Münster geleitet oder in Münster
verkauft.
· Die Beteiligung in Hamm begründet auch kein Stromkontingent oder ein „Deputat“.
Jede kW/h, die die Stadtwerke nicht selbst in Anlagen in Münster produzieren und
in das Netz einspeisen können, müssen sie zuvor bei Vorlieferanten oder an der
Strombörse in Leipzig kaufen. Die Produktion in Hamm hat deshalb auch keine
Auswirkungen auf den Strompreis in Münster.
Alle Argumente, das Engagement in Hamm diene der Versorgungssicherheit, der
Diversifizierung und der Preisstabilität, sind überholt. Auch die größere Unabhängigkeit
vom Erdgas und Öl spricht nicht für die Kohle. Steinkohle für Kraftwerke kommt von
Übersee und nicht (mehr) aus Deutschland. Dass australische oder kanadische
Steinkohle prinzipiell preiswerter und sicherer sein soll als norwegisches Erdöl oder
russisches Erdgas ist weltmarktpolitisch ein sich schnell einholendes Argument.
Was übrig bleibt, ist daher allein die Rendite, die das Engagement in Hamm abwerfen
soll. Es geht um „Kohle“, aber nicht um Energie!
Wer diese Strategie gutheißt, der muss allerdings akzeptieren, dass alle
Anstrengungen der Stadt CO2 zu sparen, zunichte gemacht werden. Münster hat als
Klimahauptstadt ausgedient, wenn die Stadtwerke ihre Beteiligung am Kohlekraftwerk
realisieren!
Die These von der Grundlast, die durch Kohle- und Atomstrom sichergestellt werden
müsse, ist durch den schnellen Zubau von GuD-Anlagen und das rasante Wachstum
der Erneuerbaren Energien vom Tisch. In Münster gilt sie seit dem Bau der GuDAnlage
schon nicht mehr. Eine dritte Gasturbine könnte bereits jetzt in der GuD-Anlage
sinnvoll eingesetzt werden und die eigene Stromerzeugung weiter steigern.


4. 100 Prozent Strom aus Kraft-Wärme-Koppelung und aus Erneuerbaren
Energien bis 2025 – Versorgungssicherheit für die KundInnen
Der Verzicht auf die Beteiligung der Stadtwerke an dem „GEKKO“ genannten
Kohlekraftwerk der RWE-Power in Hamm setzt Mittel frei, um die dezentrale
Versorgung in Münster auszubauen und die Stromversorgung der KundInnen der
Stadtwerke krisensicher zu machen. Im Vordergrund stehen dabei folgende
Maßnahmen:
· Der Ausbau der Kraft-Wärmekoppelung in Baugebieten und im Gebäudebestand, · die Nutzung von Biogas aus der heimischen Landwirtschaft als Brennstoff für
BHKW und auch als Ersatz für Erdgas,
· die Verbreitung der Windenergie, der Geothermie und der PV-Technik auf breiter
Front und in Kooperation mit Vereinen und privaten Investoren,
· die weitere Senkung der CO2-Emissionen der Busse und
· die Energiesparberatung für Haushalts- und GewerbekundInnen der Stadtwerke.
Zu den Aufgaben des Klimaschutzprogramms der Stadtwerke gehört auch die
Zusammenarbeit mit der Stadt und der Universität Münster, um beispielsweise ein
Solarkataster für Münster zu erstellen, aus dem man entnehmen kann, wie gut sich
bestimmte Dachflächen für die Installation von Solaranlagen eignen.
Diese Maßnahmen stärken den Klimaschutz vor Ort, fördern die Nutzung heimischer
Energien, verringern die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus Übersee und
vergrößern die Versorgungssicherheit für die KundInnen der Stadtwerke und für die
Stadt Münster.


5. Stabile Strompreise durch KWK und durch Erneuerbare Energien
Kohlestrom wird teuer. „Teure Kohle“ titelt die SZ am 19.12. 2008 und verweist auf die
Folgen, die vor allem der Handel mit CO2-Zertifikaten mit sich bringt. Die EUKommission
verlangt, dass die Zertifikate für CO2-Emissionen ab 2012 nicht mehr
kostenlos an die Emittenten abgegeben, sondern versteigert werden. Der Preis der
Zertifikate, der schon heute bei 25 €/t liegt, wird steigen und die Produktionskosten in
CO2-intensiven Industriezweigen (Metallindustrie, Chemie usw.) und bei der
Energieerzeugung mit Braun- und Steinkohle verteuern. Der bislang zu konstatierende
Preisvorteil des Stroms aus Braun- und Steinkohle wird damit schnell wegfallen und
der Druck auf Energieerzeuger, effizientere Produktionsverfahren anzuwenden, wird
größer werden.


6. Klimaschutz und Arbeitsplätze für Münster
Wie stark sich Investitionen in Klimaschutz auf den EU-weiten Arbeitsmarkt auswirken,
beschreibt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in einer Studie wie folgt:
„Egal, ob die Staatengemeinschaft kraftvoll den Klimaschutz anpackt oder nicht – das
Geschäft mit dem Umweltschutz wird bis 2020 deutlich stärker wachsen als der Rest
der Wirtschaft“ („Grüne Milliarden“ in: SZ v. 28.04. 2009). Eine Beurteilung, die auch für
Münster ihre Berechtigung hat. Untersuchungen der städtischen Förderung der
energetischen Altbausanierung kamen beispielsweise zu folgenden Ergebnissen:
· 1 € öffentliche Förderung bewegt durchschnittlich 8 € private Investition und
· seit Beginn des Förderprogramms haben die städtischen Mittel rd. 500
Arbeitsplätze in Handwerk und Baugewerbe gesichert.
Klimaschutz dient deshalb auch der Wirtschaft und den Arbeitsplätzen. Das gilt
national, wo – wie die SZ schreibt, „inzwischen fast 2 Mio. Menschen ihr Geld in Öko-
Branchen verdienen“ („Umweltschutz schafft Jobs wie nie zuvor“ in. SZ v. 16.01. 2009)
– und auch lokal. Eine Investition der Stadtwerke von mehr als 40 Mio. € in
Erneuerbare Energien, in den Ausbau der KWK und für mehr Energieeffizienz bei den
KundInnen wäre ein deutliches Plus für Wirtschaft, Handwerk und
Dienstleistungsgewerbe in der Stadt und in der Region.
Das Klimaschutzprogramm der Stadtwerke richtet sich deshalb direkt an die heimische
Wirtschaft. Um die Anreizwirkung für Unternehmen zu erhöhen, sollen einzelne
Betriebe gezielt angesprochen und über Möglichkeiten des betrieblichen
Klimaschutzes informiert werden. Zur Unterstützung engagierter Betriebe können auch
Fördermittel für beispielhafte Maßnahmen eingesetzt werden. Ziel ist es, ein
Klimabündnis der Münsteraner Wirtschaft ins Leben zu rufen.

 

7. Stärkung des Unternehmens und Sicherung der Energieversorgung
Die vollständige Umstellung der lokalen Stromproduktion auf KWK und auf
Erneuerbare Energien bedeutet auch größere Unabhängigkeit der Stadtwerke von
Vorlieferanten, also den Monopolunternehmen, die überregionale Netze betreiben und
mit Spannung versorgen. Die Energieproduktion der Stadtwerke soll ausreichen, um
den KundInnen ab 2025 nur Strom anzubieten, der in eigenen Anlagen erzeugt worden
ist. Für KundInnen wäre dies erheblich sicherer als die Abhängigkeit von den
Hochspannungsnetzen. Wer’s nicht glaubt, erinnere sich bitte an „Kyrill“ und die Folgen
für viele Tausend Menschen in Westfalen. Die Masten der Überlandleitungen brachen
zusammen, und es war tagelang “zappenduster“ im Versorgungsgebiet der RWE!


8. Neue Arbeitsplätze bei den Stadtwerken
Schließlich soll die Klimaschutzinitiative dazu beitragen, Arbeitsplätze im Unternehmen
Stadtwerke zu sichern und neue zu schaffen. Zum Beispiel:
· EnergiesparberaterInnen für KundInnen,
· ProjektmanagerInnen für Bürgerenergieanlagen,
· IngenieurInnen und TechnikerInnen für das wachsende Fernwärme- und für neue
Nahwärmenetze.
Das Engagement und die Kreativität von Geschäftsführung und Beschäftigten wird
sicher dazu beitragen, dass die Stadtwerke Münster weitere Geschäftsfelder im
Klimaschutz erschließen und ihren KundInnen zusätzliche – ökologisch wie
ökonomisch interessante - Angebote machen werden; mehr jedenfalls als das
Engagement in Hamm jemals bewirken könnte.


9. Die BürgerInnen mitnehmen
Die Energiewende kann nur dann erfolgreich sein, wenn es gelingt, BügerInnen
einzubeziehen. Neben den ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten des
Klimaschutzes spielen deshalb auch soziale Kriterien eine wichtige Rolle. Zum einen
müssen Energieeinsparung und die Nutzung regenerativer Energien als
gesellschaftliche Anliegen in die Bürgerschaft getragen und individuell vermittelt
werden. Das ist eine Herausforderung, der sich vor allem die Stadtwerke stellen
müssen.
Zugleich muss es auch für arme Haushalte möglich sein, sich an Energiesparen und
der Nutzung regenerativer Energien zu beteiligen. Hier bieten sich den Stadtwerken
und der Stadt die Aufgaben, einerseits die Versorgung armer Haushalte mit einem
Energiegrundbedarf zu sichern und sie andererseits beim Energiesparen zu
unterstützen.

gez. Klas
und Fraktion
gez. Heuer
und Fraktion
gez. Köhn
und Fraktion
gez. Kersting
und Gruppe
gez. Langenfeld

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