07. September 2015
[Ratsantrag] Wohnungen für alle in einer lebenswerten Stadt Münster - Wohnungskonzept 2015 - 2050

[Ratsantrag Der Rat der Stadt möge beschließen:
1. Das kommunale Handlungskonzept Wohnen der Stadt Munster (HKW) wird unter breiter
Beteiligung neu konzipiert.
2. Die Baulandbereitstellung ist zu steigern. Dabei muss die Konzeption eines neuen
Stadtbereichs miteinbezogen werden. Eine Größenordnung von rund 20-30.000 WE ist
dabei eine Zielstellung. Der Zielwert fur die jahrliche Bauleistung soll sich kurzfristig an
2000 WE orientieren, muss aber weiter gesteigert werden, um den Nachfragebedarf
mittelfristig zu decken.


3. Die Angebote zur sozialen Wohnraumversorgung im Neubau und im Bestand,
insbesondere auch im Innenstadtbereich, müssen ausgeweitet werden. Nachverdichtung
und höhere Bauweisen sind auch in diesem Kontext miteinzubeziehen. Zudem sollen
Milieuschutzsatzungen und die bereits eingeführte Zweckentfremdungssatzung - wo
möglich - genutzt werden, um Wohnraum zu schützen.
4. Der Neubau von mindestens 500 Mietwohnungen pro Jahr ist mit offentlichen Mitteln zu
fordern. Dafur sind auch bei der Wohn- und Stadtbau die notwendigen finanziellen und
personellen Voraussetzungen zu schaffen, u.a. durch eine Änderung des
Managementkontraktes, der eine Abführung an den städtischen Haushalt zukünftig
ausschließt. Insbesondere sollen auch genossenschaftliche Modelle zum Wohnungsbau
vorangetrieben werden.Mit dem Land NRW ist das dafur notwendige Fordermittelbudget
nachhaltig abzusichern.
5. Um dieser hier konzipierten Perspektive durch zu aktivierende Bautatigkeit einen
verbindlichen Rahmen zu geben, sollen in dafur maßgeblichen Handlungsfeldern der
Baulandplanung und –bereitstellung geeignete Instrumente und Maßnahmen zum
Einsatz gelangen, die von der Verwaltung noch weiter zu konkretisieren sind.

Begründung:
Münster braucht neue Lösungen und Perspektiven für eine wachsende Stadt.
Die Bevölkerungsprognose des Landes NRW weist aus, dass Münsters Bevölkerung bis
2040 um 50 000 Menschen wachsen soll. In einer weiteren Prognose wird sogar ein
rasches Wachstum auf uber 325.000 bis zu 340.000 Einwohner in den nachsten 15
Jahren fur moglich gehalten. Ein so rasches Wachstum, von prognostitzierten 8,9
Prozent, gibt es zur Zeit in keiner anderen Stadt Deutschlands. Dies macht neue
Lösungen für die Stadt notwendig.
Die Nachverdichtung, (kleinteilige) Ergänzungen in bestehenden Baugebieten und die
Nutzung der (militärischen) Konversionsflächen sind wichtig und müssen weiter
konzeptionell vorangetrieben werden, werden aber nicht ausreichen.
Notwendig ist es zudem, insbesondere in Münsters Zentrumsbereich, deutlich höhere
Bauweisen mit in die Planung einzubeziehen. Dies auch vor dem Hintergrund eines
möglichst sparsamen Flächenverbrauchs und bereits vorhandener knapper Flächen.
Die Zukunftsaufgabe "Wohnungen für alle" wird jedoch insgesamt nur mit einem
weitergehenden neuen Denk- und Konzeptansatz zu lösen sein.
Sinnvoll und notwendig ist es daher, den enormen Nachfragebedarf in der City und
Umfeld auch durch einen neuen Stadtbereich zu schließen.
Perspektivisch ist es sinnvoll diesen Stadtbereich deshalb nicht an Außenstadtteile
anzuschließen sondern im südlichen Umfeld der City. Ein möglicher Expansionsraum im
Lückenschluß zwischen den beiden Bebauungskernen Münster-Altstadt-Südviertel-
Mauritz und Münster-Hiltrup-Wolbeck ist zu untersuchen.
Eine harmonische Einbeziehung und Integration für die Erschließung könnte durch
bestehende Straßen und Kernachsen, wie die Hammerstraße und /oder Albersloher Weg
ggf. erreicht werden. Perspektivisch kann auch das Güterbahnhofsgelände der
Deutschen Bahn AG mit in die Planung miteinbezogen werden.
Bei dieser Prüfung müssen Umweltaspekte, wie z.B. Wasserschutzgebiete und
Frischluftschneisen, aber auch andere vorhandene Nutzungsinteressen berücksichtigt
werden. Konflikte sind zwangsläufig, müssen aber aufgrund der Bedeutung, Größe und
Notwendigkeit der Herausforderung angegangen werden und müssen durch sinnvolle
Interessensausgleiche soweit als möglich gelöst werden. Daher sollten von Beginn der
Debatte an entsprechende Beteiligungs- und Mitsprachemöglichkeiten möglichst
frühzeitig gegeben sein.
Dies ist umso notwendiger sein, da bereits jetzt, insbesondere im Segment des öffentlich
geförderten und preiswerten Wohnraums, enorme Defizite von mehrere tausend
Wohnungen bestehen und hier in den nächsten Jahren dringend Abhilfe geschaffen

werden muss. Dies allein schon, um ein weiteres Absinken der Anzahl von mittlerweile
nur noch rund 7000 Sozialwohnungen zu verhindern und diese perspektivisch nach oben
durch Zubau zu erhohen.
Weil der Nachfragedruck nicht nachlasst, ist bereits jetzt schon ein
Verdrangungswettbewerb real vorhanden. Dies fuhrt dazu, dass bestimmte
Bevolkerungsteile aus dem Innenstadtbereich an die Stadtrander und nach aussen
verdrangt werden (Gentrifizierung) und es so dann zu unerwunschten
Segregationseffekten kommt.
Ziel muss es daher sein, fur alle Bevolkerungsgruppen und alle hier lebenden oder
zuziehenden Menschen ein Wohnungsangebot in ausreichender Menge und jeweils
gewunschter Qualitat auch im Innenstadtbereich anbieten zu konnen.
Zudem gilt es, neue strukturelle Herausforderungen, die sich durch wachsende
Zuwanderung ergeben, zu losen. Wohnungen fur Fluchtlinge, mehr und erweiterte Kitas,
Schulen, soziale Einrichtungen und weitere Versorgungsangebote. Auch die verkehrliche
Anbindung und die Sicherung der Lebensqualitat in einem urbanen Umfeld muss
gesichert werden.
Auch der allgemeine Trend, dass die Haushalte kleiner werden und die Bevolkerung dem
demographischen Wandel unterliegt, sind besonders zu berucksichtigen. Die
Belegungsdichte der Wohnungen, d.h. die durchschnittliche Anzahl an Menschen, die in
einer Wohnung leben, sinkt weiter und die Anzahl der Ein Personen ] ]Haushalte nimmt zu.
Um die enorme Wohnungsnachfrage zu bedienen, bedarf es eines vielfaltigen Angebots
in ausreichender Menge. Ziel ist es, den Munsteraner Wohnungsmarkt fur
unterschiedliche Nachfragegruppen attraktiv zu halten. Die stadtische Wohn- und
Stadtbau GmbH hat dabei eine wichtige Aufgabe.
Um all diese Aufgaben zu losen, muss das Handlungskonzept Wohnen weiter entwickelt
werden.
gez.
Rudiger Sagel, Fatma Kirgil, Ali Atalan, Ortrud Philipp
DIE LINKE.Ratsfraktion Munster

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